Infos Ölweltmarkt
Das Preisniveau auf dem Rohölmarkt in ROTTERDAM bestimmt maßgeblich die Mineralölpreise für Deutschland und Mitteleuropa. Diese Spotmarkt-Preise stehen dabei in Relation zu den Oil Future Notierungen an den Rohölbörsen in LONDON und NEW YORK.
Rohölpreise sind Börsenpreise und stündlichen Veränderungen unterlegen. Die Kursnotierungen werden stark durch spekulative Optionskäufe bestimmt. Außerdem reagieren sie äußerst spontan auf weltpolitische und wirtschaftsbezogene Meldungen, insbesondere wenn diese die OPEC-Länder oder die großen Ölverbrauchsländer, wie USA oder China betreffen.
Das Diagramm zeigt neben dem aktuellen Rohölpreis auch die zurückliegende Preisentwicklung auf dem Weltmarkt. Die Preiskurven geben den errechneten Mittelpreis für ein Sortenmix von Nordseeöl, arabischem Rohöl und einer US-Leitsorte wieder. Für die Korrektheit der Zahlen und die Verlässlichkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.
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16.Mai: €urokurs stürzte ab auf 1,27$. Öl am Weltmarkt dadurch teurer. Heizöl geklettert.
Die Heizölpreise erreichten gestern ein relatives Tief. Auf Mittwoch kletterten die Lieferpreise nun wieder, begründet im Absturz der EU-Währung auf den zweitniedrigsten Kurs seit 5 Monaten! Einzig im Januar notierte der €uro kurzzeitig auf diesem Niedrigniveau.
An den Warenterminbörsen befindet sich Rohöl im Downtrend, auch wenn dieser gestern mit Gegenreaktion ins Stocken geriet. Heute Vormittag notieren die Leitsorten dem Trend folgend wieder deutlich schwächer, so BRENT bei 110,9 $/b und die US-Leitsorte WTI sogar mit zwei Dollar Abschlägen bei 92,2 $/b.
Atomkonflikt mit dem Iran: Im Zuge des Ölembargos und der Sanktionen des Westens hat Teheran zunehmend Schwierigkeiten sein Öl abzusetzen. Wegen fehlender Abnehmer wird es derzeit in Großtanker eingelagert. Die Verhandlungen des Westens mit Teheran sollen am 23. Mai fortgesetzt werden. Teheran steht zunehmend unter Druck, denn die Ölgeschäfte und Staatseinnahmen sind abgeschnitten.
Preissituation beim Heizöl
Auf gestrigen Dienstag erfuhren die Heizölpreise nochmals Abschläge und erreichten ein vorläufiges Tief. Heute Vormittag meldet der Heizölhandel einen Preiswiederanstieg von etwa 0,75 bis 1 Ct/Liter.
Wir hatten gestern Nachmittag Tankempfehlung ausgesprochen. Auch heute, mit leichter Verteuerung ist Heizöl noch interessant, vor allem vor dem Hintergrund des drohenden €uro-Ausstiegs Griechenlands (inkl. Staatsbankrott) und den Verunsicherungen der Finanzmärkte.
Die neuen wöchentl. DOE-Zahlen von Mittw. 17:00 :
[Erhebung EIA/DoE; Stand 16.05.2012; in mio. Barrel]
| • | Rohöl: | 381,6 | (+2,1) | 3,1 % | über Vorjahr |
| • | Heizöl+DK: | 119,8 | (-1,0) | 16,3 % | unter Vorjahr |
| • | Benzin: | 204,3 | (-2,8) | 0,8 % | unter Vorjahr |
Die neuen DOE-Zahlen zeigen sich nicht deckungsgleich mit den API-Zahlen des Vortags. So weist aktuell das US-Energieministerium in Summe einen Lagerabbau von 1,7 mio Barrel aus. Dabei erfuhrt abermals die Rohlölseite Aufbau und die Produkteseite Bestandsrückgang. Der Raffineriedurchsatz ist fortgesetzt niedrig. WTI-Rohöl unter Preisdruck, ansonsten leicht bullischer Geschmack für den Ölmarkt.
OPEC-Basketpreis, Dollarkurs, Gasöl
. OPEC-Basketpreis: 108,7 Dollar/Barrel (+0,6 $/b)
. Kurs US-Dollar: 1,27 $/1€ ; 0,788 €/1$ Chart
. Gasöl (Vorprodukt): 928 €/t (Vortag 932 €/t)
Weltwirtschaft, Finanzmärkte
Der €uro steht nach den Wahlen in Frankreich und Griechenland massivst unter Druck. Und die Talfahrt beschleunigt sich offenbar noch. In Athen ist Dienstag Mittag auch die letzte kleine Chance auf ein Zusammenraufen zu einer Regierung gescheitert. Neuwahlen sind unumgänglich. In der Bevölkerung und bei den Parteien gibt es keine Mehrheit für weitergehende EU-Sparzwänge. Große Unsicherheiten um den €uro.
Optimistische Daten für die Entwicklung der US-Wirtschaft.
Chinas Rohölimporte haben sich auf niedrigste Mengen seit 4 Monaten verringert. Das industrielle Wachstum Chinas hat sich deutlich verlangsamt.
